Veranstaltung „Next Level Ambulante Pflege Frankfurt“

29. Oktober 2026

Der Frankfurter Pflegerat hat die ambulanten Pflegedienste in der Stadt zu Impulsen und Austausch an die Goethe-Universität geladen. Die Leiterin des Fachbereichs Soziales, Tatjana Bohnen, eröffnete die Veranstaltung, die von Anna Grundel (Parität Hessen) und Dr. Oliver Lauxen (IWAK) moderiert wurde. Es folgten verschiedene Fachimpulse:

Robert Jansen (Schon & Jansen Ambulante Pflege und Tagespflege) präsentierte zunächst eine Zukunftsvision der ambulanten Pflege. Er beschrieb, wie der Einsatz von Pflegefachpersonal optimiert werden und wie eine konsequente Digitalisierung für Entlastung sorgen könnte. Er forderte die Anwesenden zu mehr Vernetzung und Kooperation auf; dann könnte bspw. auch die Anzahl der unbeliebten Wochenenddienste reduziert werden. Stefan Block, ehemals Geschäftsführer Ambulante Pflege beim ASB Bremen, appellierte an den Berufsstolz der Teilnehmenden und dafür, sich noch stärker in der Ausbildung zu engagieren. Die ambulante Pflege als Berufsfeld habe Einiges zu bieten und sei für einen Teil der Pflegenden sehr attraktiv. Eine andere Möglichkeit, den Personalmangel zu lindern, stellte Stefan Hagen (PQZ Hessen) vor: Das PQZ unterstützt ambulante Pflegedienste bei der Anwerbung und Integration von internationalem Pflegepersonal und Auszubildenden. Abschließend präsentierte Robert Jansen ein Qualifizierungsmodell zur Gewinnung von inländischen Pflegehilfskräften („Pflegehelfer Plus“). Das Angebot richtet sich an arbeitsmarktferne Zielgruppen, die über einen mehrmonatigen Zeitraum an die Arbeit in der Pflege herangeführt werden. Sie erhalten sozialpädagogische Begleitung, sind aber von Anfang an auch tageweise in den Pflegebetrieben tätig. Die Maßnahme wird im Landkreis Offenbach bereits erfolgreich umgesetzt. Der Frankfurter Pflegerat plädiert für eine Umsetzung auch in der Stadt Frankfurt. Neben den interessanten Impulsen für die Personalgewinnung und -bindung in der ambulanten Pflege hat die Veranstaltung den Austausch zwischen den Frankfurter Pflegediensten ermöglicht.