Stiftung Silberfuchs

Reallabor zur Wiedereingliederung älterer hochqualifizierter Freigesetzter in den hessischen Arbeitsmarkt

Laufzeit: Juli 2026 bis Dezember 2027

Der hessische Arbeitsmarkt durchläuft eine tiefgreifende Transformation. Während bis 2024 der Fachkräftemangel dominierte, prägen nun Freisetzungen öfter das Bild. Ursächlich hierfür ist ein Strukturwandel im produzierenden Gewerbe, der durch die wirtschaftliche Instabilität und die rapide Diffusion Künstlicher Intelligenz (KI) seit 2025 auch den unternehmensnahen Dienstleistungssektor (Beratung, IT, Marketing) erfasst hat.

Besonders kritisch stellt sich die Situation für die Altersgruppe 50 plus dar. Im Gegensatz zu jüngeren, mobileren Erwerbspersonen stoßen ältere Hochqualifizierte auf spezifische Wiedereintrittsbarrieren:

  • Strukturelle Hemmnisse: Wegfall angestammter Tätigkeitsfelder durch KI-Substitution.
  • Individuelle Faktoren: Eingeschränkte regionale Mobilität und hohe Entgeltansprüche aus der vormaligen Beschäftigung in Hochlohnsektoren.
  • Systemische Defizite: Instrumentarien der Arbeitsvermittlung können in der Praxis vor allem auf andere Zielgruppen ausgerichtet sein. Es braucht gezielte Strategien für die Reintegration hochqualifizierter älterer Experten in einem Umfeld reduzierter Rekrutierungsaktivitäten.

Das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität implementiert in Kooperation mit der INTERVAL GmbH ein Reallabor, um mögliche Leerstellen und Handlungsbedarfe in bestehenden Beratungs- und Unterstützungsstrukturen zu identifizieren und innovative Interventionsstrategien zur Wiedereingliederung der Zielgruppe zu entwickeln.