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Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Humankapital - Künftige Herausforderungen für die Region Rhein-Main
 

 


Zunehmende Internationalisierung und Globalisierung sowie die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien führen zu einer wachsenden Bedeutung und einem verstärkten Wettbewerb der Regionen. Damit Unternehmen und Arbeitskräfte in diesem Wettbewerb bestehen können und die Lebensqualität keine Einbußen erleidet, gewinnt die Stärkung regionaler Wettbewerbsfaktoren in ökonomischer, sozialer und kultureller Hinsicht mehr und mehr an Gesicht. Dies gilt auch für die Region Rhein-Main.
Ein ausreichendes und qualifiziertes Arbeitskräftepotential sowie regionale Netzwerke sind zentrale Wettbewerbsfaktoren. Entwicklung und Förderung des regionalen Humankapitals und der kultu-rellen Identität bilden daher eine dauerhafte Aufgabe der regionalen Akteure. Dazu bedarf es aktueller und zukunftsgerichteter Informationen über dieses Humankapital sowie über die Kommunikationsnetze und Kooperationen der regionalen Entscheidungsträger in Wirtschaft, Politik, Bildung und Arbeitsmarkt.
Damit eine Region wie das Rhein-Main-Gebiet auch in Zukunft ein attraktiver Wirtschaftsstandort mit hoher Lebensqualität bleibt, der seine Standortvorteile nutzen und weiter ausbauen kann, bestehen für die Förderung des Wettbewerbsfaktors „Humankapital“ in der Region folgende Herausforderungen:

 


Ausbau eines regionalen und dauerhaften Arbeitsmarktmonitorings

 

Derzeit fehlen in vielen Bereichen aktuelle und zukunftsgerichtete Informationen über den regionalen Arbeitsmarkt. Um den regionalen Akteuren die für sie notwendigen Informationen schnell und problemadäquat zur Verfügung zu stellen, bedarf es daher eines Informations- und Prognosesystems (Monitoringsystem), das nicht nur die Informationsbedürfnisse unterschiedlicher regionaler Akteure, bspw. in Wirtschaft und Bildung, bedient, sondern auch themenspezifische Kooperationen regionaler Akteure fördert und regionales Benchmarking ermöglicht.

 

Ermittlung des regionalen Arbeitskräftebedarfs

 

Für die Aufrechterhaltung und Stärkung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit bedarf es in mittelfristiger Perspektive eines ausreichenden quantitativen und angemessenen qualitativen Arbeitskräftepotentials in der Region. Dazu ist eine am Bedarf der Region ausgerichtete Untersuchung des quantitativen und qualitativen Angebots an und Nachfrage nach Arbeitskräften notwendig. Diese Untersuchung sollte nicht nur aktuell, sondern möglichst auch zukunftsgerichtet sein. Die Ergebnisse sind über das Arbeitsmarkt- und Informationssystem zeitnah, und bezogen auf spezifische Bedürfnisse, abrufbar.

 

Stärkung regionaler Arbeitsmarktkompetenzen

 

Zur Verbesserung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit und zur Beseitigung von Ineffizienzen sind die Bündelung regionaler Kompetenzen und der Austausch vorhandenen Wissens notwendig: Die Kooperation regionaler Akteure ist ein zentraler Wettbewerbsfaktor. Ansatzpunkte für eine solche „lernende Region“ sind daher regionale Kooperationen in der Bildung, die von der Allgemeinbildung über die Aus- und Weiterbildung bis zur Verbindung von allgemeiner und arbeitsweltbezogener Bildung reichen. Bei diesen Kooperationen bestehen sowohl inhaltliche als auch institutionelle Herausforderungen für die regionalen Akteure

 

Evaluierung der Aktivitäten zur Förderung regionalen Humankapitals

 

Wettbewerbsdruck und finanzielle Beschränkungen machen die Bewertung der Effektivität und der Effizienz der Instrumente zur Förderung des regionalen Humankapitals notwendig. In enger Verbindung mit dem regionalen Monitoringsystem sollen die regional wirksamen Maßnahmen identifiziert und evaluiert werden.

 

Vorausschauender Umgang mit demographischen Veränderungen

 

Die demographischen Veränderungen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stellen große Herausforderungen an das Fachkräfteangebot, an die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer, an das verfügbare Potential an Pflegekräften sowie an die regionale Infrastrukturausstattung in Bezug auf das Verhalten und die Aktivitäten besonders älterer Menschen und ihre medizinische sowie pflegerische Versorgung. Es ist notwendig, Daten dieser Art in das Monitoringsystem zu integrieren, indem dieses durch das Modul "Social Monitoring" ergänzt wird. Damit erhalten regionale Entscheider einen schnellen, systematischen und aktuellen Überblick über die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den regionalen Arbeitsmarkt und die Lebensverhältnisse.

 

Monitoring des politischen und sozialen Wandels der Region

 

Im Zuge des Wettbewerbs der Regionen verändern sich die standortpolitischen Konzepte und Leitbilder für vernetzte regionale Kooperation. Dieser Prozess bedarf der kontinuierlichen Rückkopplung zwischen Politik, Verbänden und Wirtschaft und muss durch Monitoring transparent gemacht werden. Auch die kulturelle Vielfalt und die zunehmende Internationalisierung trägt zum Wandel der Region bei. Um Internationalität in der Region leben zu können, müssen Entwicklungsbedarfe in den Bereichen Bildung, Ausbildung, soziale Infrastrukturausstattung, Kultur, und Interessensvertretung einer Bestandsaufnahme zugeführt werden, und deren Veränderungen kontinuierlich beobachtet werden. Daten über diese "weichen" Standortfaktoren werden in den Modulen „Political und Social Monitoring“ integriert. Sie geben Aufschluss über die Stellung der Region im Vergleich zu anderen.

 


Für die Bewältigung dieser regionalen Herausforderungen bilden die Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis, der schnelle Wissenstransfer und die zügige Aufnahme von konkreten Problemen zentrale Ansatzpunkte. In der überwiegend vorherrschenden Kurzfristorientierung der Akteure bedarf es Organisationen, die schnell und problemadäquat agieren, aber eine mittelfristige Perspektive im regionalen Kontext haben. Eine solche Organisation ist das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) als ein unabhängiges, gemeinnütziges Forschungsinstitut, das bereits seit 1990 durch angewandte regionale Forschung die Entwicklung regionaler Kompetenzen fördert. Die Wettbewerbsfähigkeit der Region Rhein-Main wird durch Untersuchungen, Beratung, Moderation und Evaluation schon heute und in Zukunft nachhaltig unterstützt.